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Anfängerarten: Welche Insekten und Wirbellosen eignen sich für Einsteiger?

Wer mit der Haltung von Insekten oder anderen Wirbellosen beginnt, steht vor einer großen Auswahl: Phasmiden, Mantiden, Schaben, Käfer, Ameisen, Springspinnen, Asseln, Schnecken. Unten kannst du gezielt stöbern — zuerst die Kriterien, danach die Arten nach Gruppe.

Was macht eine gute Anfängerart aus?

Nicht jede auffällige Art ist pflegeleicht. Gute Einsteigerarten teilen ein paar klare Merkmale:

  • Klare Haltungsangaben: Temperatur, Luftfeuchte und Futter sind gut dokumentiert und realistisch umsetzbar.
  • Robuste Haltungstoleranz: Schwankungen in Temperatur oder Feuchte werden vertragen, solange sie im vertretbaren Rahmen bleiben.
  • Keine unnötig komplexen Ansprüche: Keine extreme Luftfeuchte, keine speziellen Futtertiere, keine extremen Pflegebedürfnisse, und insgesamt keine Haltung, die täglich viel Aufwand erfordert.
  • Rechtliche Vorgaben prüfen: Vor dem Kauf sollten geltende Artenschutz- und Abgaberegeln geprüft werden.
  • Niedrige Schwierigkeit im Steckbrief: Die Art verzeiht kleinere Haltungsfehler, ohne dass sofort gesundheitliche Probleme auftreten.
Tipp: Im Artenlexikon von BUGBASE kannst du für jede Art den Steckbrief lesen, inklusive Schwierigkeit, Temperatur, Futter und Zucht. Prüfe vor dem Kauf, ob du das Setup realistisch umsetzen kannst, und schau dir aktuelle Inserate unter Insekten kaufen an.

Empfohlene Anfängerarten nach Tiergruppe

Springe über die Chips oben zur gewünschten Gruppe — jede Art hat einen kompakten Steckbrief.

Phasmiden (Stab- und Gespenstschrecken)

Indische Stabschrecke — Carausius morosus

Die Indische Stabschrecke ist der Klassiker unter den Anfängerarten und weltweit eine der am häufigsten gehaltenen Phasmiden.

MerkmalAngabe
Temperatur20–24 °C (Raumtemperatur ausreichend)
Luftfeuchte60–80 %; 1–2 mal wöchentlich besprühen
FutterBrombeere, Eiche, Hasel, Efeu, Liguster (ungespritzt)
TerrariumMindestens 30 × 30 × 45 cm (Höhe etwa 3× Körperlänge)
GrößeWeibchen bis 8 cm, Männchen bis 6 cm (Gottesanbeterin-Forum)
LebenserwartungWeibchen ca. 6–7 Monate, Männchen 4–5 Monate (Gottesanbeterin-Forum)
FortpflanzungParthenogenese möglich; Weibchen legen bis zu 1.200 Eier (Wikipedia: Carausius morosus)
SchwierigkeitSehr anspruchslos; Zimmertemperatur und normales Tageslicht reichen aus

Warum für Anfänger geeignet? Die Indische Stabschrecke benötigt keine zusätzliche Heizung, Zimmertemperatur reicht aus. Beim Futter ist sie nicht wählerisch; Efeu und Brombeerblätter sind auch im Winter verfügbar. Die Art kann sich parthenogenetisch fortpflanzen, sodass auch ein einzelnes Weibchen Nachkommen hervorbringen kann (Wikipedia: Carausius morosus). Die Zucht wird als einfach beschrieben (Gottesanbeterin-Forum).

Worauf achten? Jungtiere brauchen beim Futter feinere Blattränder. Dementsprechend sollten die Ränder bei Brombeer- oder Haselblättern ringsum abgeschnitten werden (Phasmidenparadies). Wassergefäße für Futterzweige müssen abgedeckt sein, damit Nymphen nicht hineinfallen und ertrinken (Wikipedia: Carausius morosus).

Annam-Stabschrecke — Medauroidea extradentata

Die Annam-Stabschrecke ist eine weitere beliebte Anfängerart, die meist auch gut verfügbar ist.

MerkmalAngabe
TemperaturZimmertemperatur ausreichend (Wikipedia: Medauroidea extradentata)
FutterBrombeer-, Himbeer-, Erdbeer-, Hasel-, Eichen- und Buchenblätter (Wikipedia: Medauroidea extradentata)
TerrariumEtwa 40 × 40 × 60 cm (L × B × H) (Wikipedia: Medauroidea extradentata)
GrößeWeibchen bis 110 mm, Männchen bis 75 mm (Wikipedia: Medauroidea extradentata)
LebenserwartungBis zu 1 Jahr (Wikipedia: Medauroidea extradentata)
FortpflanzungParthenogenese möglich; bis zu 1.000 Eier im Leben (Wikipedia: Medauroidea extradentata)
SchwierigkeitGilt als leicht zu halten (Wikipedia: Medauroidea extradentata)

Warum für Anfänger geeignet? Die Annam-Stabschrecke gilt als leicht zu halten und ist ein beliebtes Terrarientier sowie Modellorganismus in der biologischen Forschung. Für die Zucht genügt Zimmertemperatur; im Terrarium pflanzen sich die Tiere vor allem parthenogenetisch fort (Wikipedia: Medauroidea extradentata). Da sie nachtaktiv ist und tagsüber kaum bewegungsaktiv ist, eignet sie sich gut für ruhige Wohnzimmerterrarien.

Worauf achten? Die Futterpflanzen sollten jeden Abend mit Wasser besprüht werden, da die Tiere Trinkwasser benötigen (Wikipedia: Medauroidea extradentata).

Australische Gespenstschrecke — Extatosoma tiaratum

MerkmalAngabe
Temperatur20–23 °C
Luftfeuchte60–80 %
FutterBrombeere, Eiche, Eukalyptus, Haselnuss, Rosengewächse
TerrariumMindestens 50 × 50 × 60 cm; Höhe wichtiger als Bodenfläche
FortpflanzungGeschlechtlich und parthenogenetisch möglich (zooSky24)
SchwierigkeitVergleichsweise robust, aber nicht anspruchslos (zooSky24)

Warum (bedingt) für Anfänger geeignet? Die Australische Gespenstschrecke gilt als vergleichsweise robuste Phasmide und kann für gut vorbereitete Einsteiger geeignet sein (zooSky24). Entscheidend sind ein hohes, gut belüftetes Terrarium mit ausreichend Häutungsraum, unbelastete Futterpflanzen und konsequenter Ausbruchsschutz, da frisch geschlüpfte Nymphen sehr klein sind.

Worauf achten? Futterpflanzen dürfen nicht von Straßenrändern oder gespritzten Gärten stammen. Rosen aus dem Blumenhandel sind wegen möglicher Pflanzenschutzmittel ungeeignet. Offene Wassergefäße sind für Jungtiere gefährlich (zooSky24).

Schaben

Madagaskar-Fauchschabe — Gromphadorhina portentosa

MerkmalAngabe
Temperatur25–30 °C
Luftfeuchte40–70 %
FutterObst, Gemüse, Laub, weißfaules Holz
TerrariumMindestens 30 × 30 × 30 cm für 1–2 Männchen und 3–4 Weibchen (Insektenliebe)
GrößeWeibchen bis 8 cm, Männchen bis 5 cm; insgesamt 45–88 mm (Insektenliebe, Wikipedia)
Lebenserwartung1–3 Jahre (Insektenliebe); Wikipedia nennt gut 3 Jahre (Wikipedia)
FortpflanzungOvovivipar: nach ca. 2 Monaten schlüpfen 30–40 Larven; keine Massenvermehrung (Insektenliebe, Wikipedia)
SchwierigkeitRecht anspruchslos; stellt keine hohen Ansprüche an Haltung oder Ernährung (PH Heidelberg, Insektenliebe)

Warum für Anfänger geeignet? Die Madagaskar-Fauchschabe ist in ihrer Haltung recht anspruchslos. Futter ist haushaltsnah verfügbar (Obst, Gemüse, Laub). Da die Art ovovivipar ist und keine Massenvermehrung wie andere Schabenarten stattfindet, ist die Populationskontrolle unkompliziert (Insektenliebe). Mit bis zu drei Jahren Lebenserwartung ist sie zudem ein langlebiger Pflegling.

Worauf achten? Der Behälter muss dicht schließen, da die Tiere an Glas hochklettern können (PH Heidelberg). Obst nur in Mengen anbieten, die innerhalb von 3–4 Stunden gefressen wird, um Schimmel und Fruchtfliegen zu vermeiden (Insektenliebe).

Käfer

Kongo-Rosenkäfer — Pachnoda marginata

MerkmalAngabe
Temperatur23–30 °C (Wikipedia: Pachnoda marginata)
FutterBananen (zweimal pro Woche wechseln); Larven fressen verrottendes Laub und Früchte (Wikipedia: Pachnoda marginata)
Größe20–25 mm (Wikipedia: Pachnoda marginata)
LebenserwartungWeibchen ca. 7 Monate, Männchen ca. 5 Monate (als Imago) (Wikipedia: Pachnoda marginata)
FortpflanzungEntwicklung vom Ei bis zum Käfer ca. 5 Monate; bis zu 178 Eier pro Weibchen (Wikipedia: Pachnoda marginata)
SchwierigkeitGilt als einfach zu vermehren; Haltung und Zucht als leicht beschrieben (Wikipedia: Pachnoda marginata)

Warum für Anfänger geeignet? Der Kongo-Rosenkäfer ist einfach zu halten und zu vermehren. Die Fütterung mit Bananen ist unkompliziert, und der komplette Lebenszyklus (vom Ei über die Larve und Puppe bis zum fertigen Käfer) lässt sich im Terrarium beobachten, was ihn besonders für einsteigerfreundliches Lernen attraktiv macht.

Worauf achten? Als Substrat eignet sich ein leicht feuchtes, aber nie nasses Sand-Blumenerde-Gemisch. Die Luftfeuchte wird auf Wikipedia nicht spezifisch genannt, sollte aber moderat gehalten werden (Wikipedia: Pachnoda marginata). Die adulte Lebenserwartung ist mit 5–7 Monaten relativ kurz.

Mantiden (Gottesanbeterinnen)

Große Indische Gottesanbeterin — Hierodula membranacea

MerkmalAngabe
TemperaturWaldhaltung: tagsüber 23–28 °C, nachts 20–24 °C; Offenhaltung: tagsüber 20–30 °C, nachts 18–21 °C (Gottesanbeterin-Forum)
LuftfeuchteTrockenzeit: tagsüber 60–75 % (Wald) bzw. 50–65 % (Offenhaltung) (Gottesanbeterin-Forum)
TerrariumMindestens 20 × 20 × 30 cm; bei Waldhaltung z. B. 50 × 30 × 40 cm für zwei Tiere, geteilt (Gottesanbeterin-Forum)
FortpflanzungOotheken; Weibchen sollen ab 24 °C wärmer und reichhaltiger gefüttert werden (Gottesanbeterin-Forum)
SchwierigkeitWird Anfängern oft empfohlen, da tolerant; Aufzucht aber nicht leicht (Gottesanbeterin-Forum)

Warum für Anfänger geeignet? Hierodula membranacea wird Anfängern oft empfohlen, weil sie bei der Haltung ziemlich tolerant ist und manche Haltungsfehler verzeiht. Für echte Anfänger wird die trockenere Offenhaltung empfohlen, weil die Wartung wesentlich einfacher ist und man sich weniger Sorgen um Schimmel machen muss (Gottesanbeterin-Forum).

Worauf achten? Mantiden benötigen Einzelhaltung. Das bedeutet, dass die Tiere sind innerartlich sehr aggressiv sind und es bei Gruppenhaltung kann schnell zu Verlusten durch Kannibalismus kommen kann (Gottesanbeterin-Forum). Zudem benötigen Mantiden Lebendfutter (Fliegen, Heuschrecken), das zuverlässig verfügbar sein muss. Larven brauchen erhöhte Feuchte, die zumindest nachts sichergestellt sein muss. Die Aufzucht wird als nicht gerade leicht beschrieben (Gottesanbeterin-Forum).

Springspinnen

Königs-Springspinne — Phidippus regius

MerkmalAngabe
Temperatur26–28 °C
Luftfeuchte60–70 %
FutterFruchtfliegen, kleine Heimchen und Grillen; Jungtiere: Springschwänze, Mikroheimchen
TerrariumMindestens 20 × 20 × 30 cm
Größe1–2,2 cm Körperlänge (Wikipedia: Phidippus regius)
LebenserwartungCa. 1–2 Jahre ab Schlupf (Herpeton Academy)
FortpflanzungBis zu vier Kokons; erster Kokon durchschnittlich 183 Eier; Verpaarung beaufsichtigen (Wikipedia: Phidippus regius)
SchwierigkeitKlein, aber mit Wasserkontrollen und Ausbruchsschutz anspruchsvoll

Warum für Anfänger geeignet? Die Königs-Springspinne ist eine der beliebtesten Springspinnen in der Terraristik. Mit einer Körperlänge von nur 1–2 cm und einem Terrarium von mindestens 20 × 20 × 30 cm (laut Artensteckbrief) bleibt der Platzbedarf überschaubar. Die Haltung erfordert Wasserkontrollen und konsequenten Ausbruchsschutz.

Worauf achten? Einzelhaltung ist zwingend, da sonst Kannibalismus vorkommen kann (Wikipedia: Phidippus regius). Vor dem Erwerb von Jungtieren muss eine Fruchtfliegenzucht bereitstehen. Nicht gefressene Futtertiere müssen entfernt werden, da sie der Spinne nachts gefährlich werden können (Herpeton Academy).

Ameisen

Schwarze Wegameise — Lasius niger

MerkmalAngabe
GrößeArbeiterinnen 3–5 mm; Königinnen 8–9 mm (Wikipedia: Lasius niger)
FutterZuckerhaltige Substanzen (Honigtau) und proteinhaltige Substanzen (Insekten) (Wikipedia: Lasius niger)
FortpflanzungSchwarmflug Juni–September; Königin legt ca. 100 Eier pro Tag; Koloniegründung claustral (Wikipedia: Lasius niger)
HaltungFormicarium; Temperatur an Außentemperatur angepasst; Winterruhe bei ca. 6–8 °C (Wikipedia: Lasius niger)
SchwierigkeitRobust, aggressiv und interessant; beliebte Ameisenhaltungsart (Wikipedia: Lasius niger)

Warum für Anfänger geeignet? Die Schwarze Wegameise ist als robust, aggressiv und interessant beschrieben und eine der beliebtesten Arten für die Ameisenhaltung (Wikipedia: Lasius niger). Sie ist in Mitteleuropa heimisch, was die Haltungsbedingungen vereinfacht.

Worauf achten? Ameisenhaltung erfordert ein Formicarium (Ameisenfarm) und das Verständnis der Koloniedynamik. Im Winter ist eine Winterruhe bei ca. 6–8 °C notwendig (Wikipedia: Lasius niger). Die Fütterung umfasst sowohl zuckerhaltige als auch proteinhaltige Nahrung.

Schnecken

Achatschnecken — Achatina spp.

MerkmalAngabe
TemperaturTagsüber 24–26 °C; nachts Absenkung auf 22 °C (ZooRoyal)
LuftfeuchteImmer über 80 %, nachts am höchsten (ZooRoyal)
FutterGemüse, Obst, Fleisch (Katzen-/Schildkrötenfutter, Gammarus) und Kalk (Sepiaschale, Eierschalen); täglich füttern (ZooRoyal)
Terrarium100 × 50 × 50 cm für 4 Achatschnecken; 15 cm hoher Humus als Bodengrund (ZooRoyal)
GrößeBis zu 30 cm Körperlänge; Gehäuse bis 25 cm lang (ZooRoyal)
LebenserwartungBis zu 10 Jahre; artabhängig (ZooRoyal)
FortpflanzungZwitter; 2–4 Wochen nach Paarung bis zu 600 Eier; Jungschnecken schlüpfen nach ca. 3 Wochen; einige Arten (z. B. A. iredalei) gebären lebende Junge (ZooRoyal)
SchwierigkeitMittel; auch für Anfänger geeignet (ZooRoyal)

Warum für Anfänger geeignet? Achatschnecken werden als auch für Anfänger geeignet eingestuft (ZooRoyal). Mit bis zu 10 Jahren Lebenserwartung sind sie langlebige Begleiter, und die Fütterung mit Gemüse und Obst aus dem Haushalt ist einfach.

Worauf achten? Der hohe Bedarf an Luftfeuchte (über 80 %) erfordert zweimal tägliches Einsprühen oder eine Regenanlage. Kalk ist für ein gesundes Gehäuse extrem wichtig und darf nicht vernachlässigt werden (ZooRoyal).

Asseln (Zierasseln)

Zierasseln — Cubaris spp., Armadillidium spp. u. a.

MerkmalAngabe
Temperatur18–25 °C (Raumtemperatur ausreichend; artabhängig)
Luftfeuchte60–80 %; feuchte Bereiche bereitstellen
FutterLaub, Fischfutter, Algenpellets, Gemüsereste; Sepiaschale als Calciumquelle
BehälterMindestens 20 × 20 × 15 cm für eine kleine Kolonie (z. B. Armadillidium vulgare)
FortpflanzungVariiert stark; Anfängerarten wie Porcellionides pruinosus vermehren sich sehr schnell (CrawlMart)
SchwierigkeitViele Arten als Anfängergerecht eingestuft, z. B. Cubaris murina, Armadillidium vulgare, Porcellio laevis (CrawlMart)

Warum für Anfänger geeignet? Zierasseln sind Detritusfresser und benötigen als Grundfutter vor allem Laub. Viele beliebte Arten wie Armadillidium vulgare, Porcellio laevis „Dairy Cow" und Cubaris murina gelten als einsteigergeeignet. Für Armadillidium vulgare nennt der Artensteckbrief u. a. 18–25 °C, 60–80 % Luftfeuchte und mindestens 20 × 20 × 15 cm für eine kleine Kolonie.

Worauf achten? Eine Seite des Geheges sollte feucht gehalten werden (Sphagnum-Moos), die andere trockener, damit die Tiere ihre Feuchtigkeit selbst regulieren können. Gute Lüftung ist wichtig, um Schimmel zu vermeiden (CrawlMart). Arten wie Cubaris sp. „Rubber Ducky" sind hingegen als für erfahrene Halter eingestuft und nicht als erste Art empfehlenswert (CrawlMart).

Diese Arten lieber nicht als erstes Tier

Nicht jede auffällige oder beliebte Art eignet sich für den Einstieg. Folgende Gruppen oder Arten solltest du als Anfänger:in besser meiden oder erst angehen, wenn du Erfahrung gesammelt hast:

  • Sehr große oder seltene Arten können anspruchsvoller in Haltung und Futterversorgung sein.
  • Arten mit sehr hoher Luftfeuchte (z. B. tropische Arten mit dauerhaft über 80–90 %) sind anfällig für Schimmel und Pilze, wenn die Belüftung nicht stimmt.
  • Arten mit komplexen Futterbedürfnissen (z. B. spezielle Futtertiere, die selbst gezüchtet werden müssen) sind für den Einstieg anspruchsvoller.
  • Kurzlebige Arten können enttäuschend sein, wenn man den gesamten Lebenszyklus nicht miterleben kann.
  • Arten mit rechtlichen Besonderheiten (z. B. CITES-geschützte Arten) erfordern Genehmigungen und Dokumentation.
Tipp: Im Zweifel immer beim Züchter:innen nachfragen. Erfahrene Halter:innen auf BUGBASE geben gerne Auskunft über die tatsächlichen Anforderungen einer Art, bevor du dich entscheidest.

So findest du die richtige Art für dich

Die Auswahl der richtigen Anfängerart erfolgt am besten in drei Schritten:

  1. Steckbrief im Artenlexikon lesen: Prüfe im Artenlexikon die Angaben zu Schwierigkeit, Temperatur, Futter und Terrarium. Kannst du diese Bedingungen zuverlässig herstellen?
  2. Setup realistisch einschätzen: Hast du Platz für ein ausreichend großes Terrarium? Sind die Futterpflanzen oder Futtertiere in deiner Nähe verfügbar? Braucht die Art zusätzliche Technik (Heizung, Regenanlage)?
  3. Verfügbarkeit prüfen: Schau dir aktuelle Inserate unter Insekten kaufen an. Ist die Art verfügbar? Sind die Züchter:innen vertrauenswürdig? Frage im Zweifel beim Züchter:innen nach.

FAQ: Häufige Fragen zu Anfängerarten

Welche Insektenart ist am einfachsten zu halten?

Die Indische Stabschrecke (Carausius morosus) gilt als eine der anspruchslosesten Arten überhaupt. Zimmertemperatur (20–24 °C) reicht oft aus, Brombeere und Efeu sind ganzjährig verfügbar, und die Art kann sich parthenogenetisch fortpflanzen. Auch die Madagaskar-Fauchschabe ist in der Haltung recht anspruchslos und frisst u. a. Obst, Gemüse und Laub.

Brauche ich eine Heizung für Anfängerarten?

Das hängt von der Art ab. Die Indische Stabschrecke kommt laut Artensteckbrief mit 20–24 °C / Zimmertemperatur aus; die Annam-Stabschrecke ebenfalls oft ohne Zusatzheizung. Die Madagaskar-Fauchschabe benötigt 25–30 °C, was in beheizten Räumen meist erreicht wird. Die Achatschnecke braucht 24–26 °C tagsüber (ZooRoyal). Prüfe im Artenlexikon, welche Temperatur deine Wunschart benötigt.

Welche Arten können sich ohne Partner fortpflanzen?

Mehrere Anfängerarten sind zur Parthenogenese (Jungfernzeugung) fähig, darunter die Indische Stabschrecke (Wikipedia: Carausius morosus), die Annam-Stabschrecke (Wikipedia: Medauroidea extradentata) und die Australische Gespenstschrecke (zooSky24). Das bedeutet, dass auch ein einzelnes Weibchen Nachkommen hervorbringen kann. Das ist zwar praktisch für Einsteiger:innen, aber auch eine Verantwortung, da sich Populationen schnell vergrößern können.

Brauchen Springspinnen oder Mantiden Einzelhaltung?

Ja, beide Gruppen müssen einzeln gehalten werden. Springspinnen zeigen Kannibalismus (Wikipedia: Phidippus regius), und Mantiden sind innerartlich sehr aggressiv (Gottesanbeterin-Forum). Plane also separate Terrarien ein, wenn du mehrere Tiere halten möchtest.

Wo kaufe ich Anfängerarten am besten?

Der Marktplatz von BUGBASE bietet aktuelle Inserate von Züchter:innen und privaten Halter:innen. BUGBASE vermittelt den Kontakt; Kauf, Versand und Zahlung klärst du direkt mit dem Anbieter. Prüfe vor dem Kauf das Profil der Züchter:innen und frage bei Unsicherheit nach (BUGBASE). Eine Übersicht aller Züchter:innen findest du unter Züchter:innen.

Sind Zierasseln wirklich für Anfänger geeignet?

Ja, viele Zierasseln werden als anfängergeeignet eingestuft, darunter Armadillidium vulgare, Porcellio laevis „Dairy Cow" und Cubaris murina. Als Grundfutter reicht vor allem Laub; für Armadillidium vulgare nennt der Artensteckbrief u. a. mindestens 20 × 20 × 15 cm für eine kleine Kolonie. Allerdings gibt es auch anspruchsvollere Arten wie Cubaris sp. „Rubber Ducky", die für erfahrene Halter gedacht sind.

Zusammenfassung

Die Wahl der richtigen Anfängerart entscheidet darüber, ob der Einstieg in die Insektenhaltung ein Erfolg wird oder frustrierend endet. Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Phasmiden wie die Indische Stabschrecke und die Annam-Stabschrecke sind die unkompliziertesten Anfängerarten: Zimmertemperatur, einfache Futterpflanzen und Parthenogenese machen sie ideal.
  • Schaben wie die Madagaskar-Fauchschabe sind anspruchslos, langlebig und mit Haushaltsfutter versorgbar.
  • Schnecken wie die Achatschnecke sind für Anfänger geeignet, erfordern aber hohe Luftfeuchte und tägliches Füttern.
  • Mantiden und Springspinnen benötigen Einzelhaltung und Lebendfutter: anspruchsvoller, aber mit der richtigen Vorbereitung machbar.
  • Ameisen und Asseln bieten spannende Beobachtungsmöglichkeiten und sind mit heimischen Arten oder pflegeleichten Zuchtformen gut für den Einstieg.

Der wichtigste Schritt vor der Anschaffung: Lies den Steckbrief im Artenlexikon, prüfe die Verfügbarkeit unter Insekten kaufen und frage im Zweifel bei den Züchter:innen nach. So stellst du sicher, dass du ein Tier wählst, das wirklich zu deinen Möglichkeiten passt, und nicht nur zu deinen optischen Vorlieben.

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BUGBASE Redaktion · Praxisleitfaden, kein Ersatz für artbezogene Steckbriefe. Artenlexikon